Mathematische Ausnahmetalente ausgezeichnet

Zwei Tage voller Mathematik und jede Menge Spielfreude

Bei der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Mathematik 2025 wurden die Siegerinnen und Sieger nicht nur feierlich geehrt, sondern erlebten Mathe einmal ganz anders: spielerisch, lebendig und mitten im Austausch.

Preisträger bekommt Urkunde überreicht mit Händeschütteln

Preisverleihung bei der Versicherungskammer Bayern

Im Rahmen der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Mathematik in München kamen 16 der 17 Nachwuchstalente zusammen. Gastgeber war die Versicherungskammer Bayern, die den Preisträgerinnen und Preisträgern ein eigens entwickeltes Planspiel präsentierte. Dabei konnten die Jugendlichen ihre eigene Versicherung managen – mit einem augenzwinkernden Ergebnis: Sie gewannen haushoch, während das einzige Team der Wettbewerbsvertretungen auf dem letzten Platz landete. 

Austausch zwischen Förderern und Wettbewerbsteilnehmenden

Das anschließende Festprogramm im Foyer des Campus Giesing begann mit einer Begrüßung durch den Vorstand der Versicherungskammer, bevor Moderator Dr. Thoralf Räsch übernahm. Der Experte für Mathematikdidaktik und Nachwuchsförderung von der Universität Bonn führte – wie schon in den Vorjahren – lebendig durch die Veranstaltung und leitete direkt zur Gesprächsrunde auf der Bühne über. Dort kamen mit Ilsa Freysoldt und David Lindenthal auch zwei der ausgezeichneten Jugendlichen selbst zu Wort. Gemeinsam mit Bettina Hartung vom Bundesministerium, Dr. Martin Frank vom bayrischen Ministerium für Unterricht und Kultus und Sebastian Litta von QuantCo sprachen sie über die Herausforderungen und Chancen, Schule, Hobbys und mathematische Förderung miteinander zu vereinbaren. 

Ein zentrales Thema war die Bedeutung von Anerkennung durch Lehrkräfte, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Wettbewerbsteilnahme oft mit versäumtem Unterricht verbunden ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Erfolg in außerschulischen Wettbewerbsformaten nicht immer das Ergebnis langfristiger Planung ist. David betonte das „Quäntchen Glück“, das ihn auf seinem Weg geprägt hat. Seine Mathebegabung entdeckte er eher zufällig durch die Teilnahme am Wettbewerb – inzwischen ist er sogar Doppelsieger.

Wichtige Impulse für die zukünftige Talentförderung setzte auch Bettina Hartung, die das Ziel betonte, „mehr Breite in der Spitze“ zu erreichen und entsprechende Förderangebote weiter ausbauen zu wollen. 

Einblick in die farbenfrohe Welt der Brüche und Zahlen

Im darauffolgenden Festvortrag geleitete Prof. Jürgen Richter-Gebert sein Publikum in die Welt der Brüche und Zahlen. Mit Hilfe von Farey Zahlen ließ er farbenfrohe Kreise und Spiralen entstehen, die über die Leinwand wirbelten und tönten. 

Auszeichnung für die Ausnahmetalente

Anschließend stand der Höhepunkt des Tages an: die feierliche Preisverleihung. Auf der Bühne wurden die Jugendlichen unter großem Applaus geehrt und nahmen ihre Urkunden entgegen. In persönlichen Laudationes stellte Patrick Bauermann, Leiter der Bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe, jede Bundessiegerin und jeden Bundessieger vor und würdigte ihre Leistungen noch einmal auf besondere Weise.

Ausklang zwischen Kulinarik, Kultur und Technik

Abgerundet wurde das Programm am nächsten Tag mit einem Brunch bei QuantCo über den Dächern Münchens, einem Spaziergang in der Innenstand und einer Führung durch das Deutsche Museum. 

Durch die gesamten Veranstaltungstage zog sich dabei ein spielerischer Gedanke: Kaum ergab sich ein freier Moment, wurden Karten gezückt, Figuren über Schachbretter bewegt oder spontane Kickerduelle ausgetragen. Mit beeindruckender Geschwindigkeit und Konzentration lieferten sich die Jugendlichen kleine Wettkämpfe – ganz selbstverständlich und mit großer Begeisterung. Mathematik und Spiel gingen dabei fließend ineinander über. Stets mit dabei waren auch die Plüsch Maskottchen der Wettbewerbe, die „MathemaTigerin“, Wal „Moby“ und „Pferda“, die gemeinschaftlich umsorgt und überall mit hingenommen wurden. 

Die zwei Tage haben gezeigt: Mathe ist nicht nur anspruchsvoll – sondern verbindet, begeistert und macht gemeinsam am meisten Spaß.

Als nächstes werden die jungen Talente im Rahmen ihres Bundessiegs in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen und haben im Sommer die Möglichkeit, gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn zu forschen.

Gruppenfoto Preisträger und Preisträgerinnen mit Urkunden

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Zum ersten Mal mit dem Bundessieg ausgezeichnet wurden Ilsa Freysoldt (Düsseldorf), Juri Kobyzev (Schwalbach am Taunus), Nikola Kostadinov (Erlenbach a.M.), Grigorii Kukanov (München), Elias Kußmaul (Böblingen), Cornelius Ley (Berlin), Daris Zadeh (Mainz) und Jannis Rieken (Ulm). Daneben konnten Poyraz Coşkun (Berlin), Benjamin Graf (Naila), Johannes Jacob (München) und David Lindenthal (Nürnberg) ihren zweiten Titel erringen. Ihren dritten Titel feiern Leonard Kottisch (Oldenburg), Philip Trebst (Köln) und Antonia Zerbs (München). Zum vierten Mal darf sich Lars Krabbenhöft (Höchstadt) Bundessieger nennen. Alexander Koblbauer (Simbach a. Inn) errang nach den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2024 in diesem Jahr bereits seinen fünften Titel in Folge.

 

Jugendliche sitzen vor einem Laptop

In einem vom Gastgeber eigens entwickelten Planspiel konnten die Jugendlichen ihre eigene Versicherung managen

Teilnehmende des Podiumsgesprächs auf der Bühne

Bei einem Podiumsgespräch gab es einen spannenden Austausch zwischen Wettbewerbsteilnehmenden und Vertretungen der Förderer zur Entwicklung junger Talente

Jugendliche bedienen sich am Frühstücksbüffet

Ein gemeinsamer Brunch am nächsten Morgen rundete die Veranstaltung ab

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Patrick Bauermann
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